Ein
Zyklus beginnt am ersten Tag der Monatsblutung. Jeden Monat reift in einem der beiden
Eierstöcke eine
Eizelle in einem
Eibläschen (Follikel) heran. Schon im Vorzyklus beginnen sich mehrere Eibläschen (im Durchschnitt 10-12 Stk.) für den
Eisprung im folgenden Monat zu entwickeln. Meist gelangt nur eines zur vollen Reife, während die anderen verkümmern.
Ausgereift ist das Eibläschen ca. 2 cm groß, gefüllt mit Follikelflüssigkeit. Die Eizelle befindet sich in der Wand dieses Follikels. Die maximale Größe wird in der Zyklusmitte erreicht. Um den 14. Tag öffnet sich der Follikel und entlässt die Eizelle gemeinsam mit der Follikelflüssigkeit in den
Eileiter - Eisprung oder Ovulation. Mit Hilfe feinst gesteuerter Muskelkontraktionen und feinen Härchen (Zilien) an der Innenwand des Eileiters wird die Eizelle dann in Richtung
Gebärmutter transportiert.
1. Der normale weibliche Zyklus
Kommt es um den Zeitpunkt des Eisprungs zum Geschlechtsverkehr, so wandern die abgegebenen
Samenzellen von der Scheide durch die Gebärmutter bis in die obersten Abschnitte der Eileiter. Nur ein einziges Spermium befruchtet die sich dort befindende Eizelle.

Die befruchtete Eizelle, welche nun
Embryo genannt wird, beginnt sich bereits im Eileiter zu teilen und gelangt im Durchschnitt 5 Tage nach dem Eisprung in das Innere der Gebärmutter, wo sie damit beginnt, sich einzunisten.
Die Schleimhaut der Gebärmutter wird in jedem Monatszyklus neu auf das Einnisten des Embryos vorbereitet. Das sich entwickelnde Eibläschen produziert das Hormon "
Östrogen". Je grösser das Bläßchen wird, desto höher steigt der Östrogenwert an. Dieses Hormon ist verantwortlich für das Wachstum der Schleimhaut der Gebärmutter bis zum Eisprung.
Nach dem Eisprung wandelt sich das Eibläschen in den sogenannten
Gelbkörper um (dies geschieht durch die Granulosa-Zellen, die die Bläschenhöhle auskleiden und nach dem Eisprung zum Gelbkörper werden). Der Gelbkörper bildet das Hormon "
Progesteron", welches die Gebärmutterschleimhaut so umwandelt, dass sich der Embryo bei seiner Ankunft in der Gebärmutter gut einnisten kann.
Danach beginnt der Embryo den Signal-Stoff
HCG abzusondern (HCG ist jenes Schwangerschaftshormon, welches im Urin oder im Blut gemessen werden kann und eine positive Schwangerschaft anzeigt = Schwangerschaftstest).
Der Embryo ist in den ersten 10-12 Tagen nach der Einnistung noch so klein, dass das HCG noch nicht messbar ist. Für den Gelbkörper aber sind die Signale stark genug, sodass er zu wachsen beginnt und immer mehr Progesteron bildet. Dieser Vorgang ist notwendig, da es sonst zu einer Blutung kommen würde.
Gelbkörperschwäche
Eine unzureichende Produktion von Progesteron ist ganz normal, wenn sich kein Embryo einnistet, denn in diesem Falle fehlen seine Signale. Der Gelbkörper beginnt zu schrumpfen und mit dem Abbluten der Schleimhaut kommt es zu einem neuen Zyklus.
Das Einsetzen der Regelblutung kann wie das Start-Signal für einen neuen Zyklus gesehen werden. Dies alles wird durch einen sehr komplexen Regulations- mechanismus zwischen Eierstöcken, der
Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und übergeordneten Zentren im Gehirn gesteuert.